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16.12.2017

Mayday!

Angela, der Lenz ist da! Der SPD sitzt ein fundamentales Problem im Nacken, das sie sich selbst eingebrockt hat und so schnell nicht wieder los wird. Ich meine jetzt nicht Martin Schulz, sondern den Umstand, dass sie im Bundestag vertreten ist, sich aber nicht unsichtbar machen kann, um geruhsam den „Oppositionsauftrag der Wähler“ zu exekutieren. Da unser aller Problem, nämlich das Vorhandensein von PDS und AfD im Bundestag, dazu geführt hat, dass keine funktionierende Mehrheit (SPD/Grüne oder CDSU/FDP) zustande kommt, muss die SPD nun wohl oder übel Staatsräson heucheln und doch wieder irgend so was wie Koalitions­kooperations­vorab­malsehn­vielleicht­vorbereitungs­dingsbums­monologe mit der CDSU führen. Um die SPD aus dieser Zwickmühle herauszumogeln, hat ihr momentaner Generalsekretär Lars Klingbeil die altbewährte, über den Tag hinaus blickende Strategie von Angela Merkels Ziehvater aus der Mottenkiste geholt - aussitzen: Bis in den Mai 2018 könnte die bilaterale Sprechblasenabsondierung (die seitens der SPD ein genauso verlogener Show-Talk sein wird wie 2014 in Thüringen) sich hinziehen, verkündet er mit sardonischem Grinsen. Im Klartext: „Vergesst es, wir haben keinen Bock!“

Wer kann im Ernst erwarten, dass die Deutschen 8 Monate nach der Bundestagswahl sich noch für die Regierungsbildung interessieren werden - das Thema ödet uns doch jetzt schon an. Soll der Bundespräsident sich drum kümmern, da hat er wenigstens mal was Sinnvolles zu tun. So wird das end-, nutz- und ziellose Autisten-Konklave im Laufe der nächsten Monate mehr und mehr aus dem kollektiven Bewusstsein entschwinden, der Sensationsfaktor sinkt auf Null, zum Schluss werden die Medien das Interesse an dem Ein-Schritt-vor-zwei-zurück-Palaver endgültig verloren haben - und da tänzeln plötzlich aus heiterem Himmel CDSU und SPD auf die öffentliche Bühne und tun der verdutzten Bevölkerung kund und zu wissen, dass der Sitzungsmarathon - wie auch immer - beendet sei. Die Menschen draußen im Lande werden nicht im Mindesten verstehen, was gemeint ist: „Hä, was ist los, worum geht es?“ „Ruhe, Jogi Löw erläutert gerade die Aufstellung!“ Tja, und im Juni gibt's dann die WM, danach geht's erst mal in die Sommerpause, und schwuppdiwupp ist der September da, und die Wahl liegt ein volles Jahr zurück. Beim Lotto verfallen Gewinne, sofern sie nicht innerhalb von 3 Monaten beansprucht werden. In städtischen Fundbüros werden Fundstücke nach 6 Monaten verscherbelt, falls sie bis dahin niemand abholt. Ich meine, mich vage zu entsinnen, dass es irgendwo im Bundeswahlgesetz eine analoge Vorschrift gibt: Wird das Ergebnis einer Bundestagswahl nicht binnen eines Jahres umgesetzt, so ist es abgelaufen und gilt als niemals gewesen. Darauf spekuliert die SPD. Schöne Aussichten also für 2018. Emmanuel Macron würde sagen: „Belle vue, le sacre du printemps.“ Diesem Dilemma fallen die einst typisch deutsche Stabilität und Verlässlichkeit zum Opfer.

Auch im Wonnemonat Mai werden PDS und AfD im Bundestag hocken und dafür sorgen, dass Deutschland nicht aus der Staatskrise herauskommt. Das wird noch ein böses Frühlingserwachen!

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(17.12.2017)